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Der Jugendhof ist ...

Jugendbildungsstätte der Pallottiner

 

Jugendbildungsstätte im Erzbistum Paderborn

Erzbistum Paderborn

 

Jugendbildungsstätte im Auftrag des BDKJ Paderborn

Konzeptionelle Richtlinien der Jugendbildungsarbeit

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Gründungsurkunde und Leitgedanke
Lebenssituation /
Lebenswirklichkeit
junger Menschen

Pallottinischer Auftrag:
- Vinzenz Pallotti
- Vinzenz Pallottis Kirchen-
und Menschenbild

Schlussfolgerungen / Theoretische Grundlagen
Ziele Pädagogische Grundsätze-
pädagogisches Profil

Institutionsbeschreibung
Träger und
rechtliche
Grundlagen

Netzwerk Mitarbeiter und
Mitarbeiterinnen
Raumangebot


Gründungsurkunde und Leitgedanke

In der Urkunde zur Grundsteinlegung des Jugendhofes von 1983 heißt es: "Durch den Bau des Jugendhofes sollen junge Menschen die Möglichkeit erhalten, hineinzuwachsen in die Fülle des Lebens. Grundstein und verlebendigende Kraft dieses Wachstums sind das Leben und die Botschaft Jesu Christi. Durch diesen Bau soll der Auftrag unseres Stifters Vinzenz Pallotti für die jungen Menschen unserer Zeit und unserer Umgebung verwirklicht werden: in Orientierungslosigkeit, Mutlosigkeit und Sinnleere den Glauben wecken und in Vereinsamung, Bindungsangst und Friedlosigkeit die Liebe zu entzünden."

Lebenssituationen/ -wirklichkeiten junger Menschen

Wer Jugendbildungsarbeit leistet, darf nicht nur auf institutionelle, politische, soziale und gesellschaftliche Ziele hin ausgerichtet sein, sondern muss primär an den konkreten Lebenswirklichkeiten und Lebenswelten Jugendlicher ansetzen. Erste Aufgabe muss es also sein, Jugendliche zu verstehen und sie - wie sie sind - zu akzeptieren.

Einige Schlaglichter der Lebenswirklichkeiten von Jugendlichen heute:

- Wahlmöglichkeiten in Lebensgestaltung und Lebensstil
In einer pluralen Gesellschaft gibt es eine Fülle von unterschiedlichsten Lebensentwürfen. Prioritätenbildung, Orientierungs- und Entscheidungskompetenzen sind gefordert (Biografisierung von Lebensführung), weil es verschiedene Formen von Legitimationen gibt. Des Weiteren ist eine flexible  Grundhaltung bezüglich des eigenen Lebensentwurfes notwendig, um auf die gesellschaftlichen Wandlungsprozesse reagieren zu können.

- Zugang zu Information und Kommunikation
Im Bereich der Medien und der elektronischen Kommunikationsmittel bieten sich gerade Jugendlichen ungeahnte Möglichkeiten. Auf der einen Seite eine fast unüberschaubare Vielfalt und grenzenlose Informationsmöglichkeiten, die es erlauben, weltweit Informationen zu bekommen und miteinander in Kontakt zu treten. Als Kehrseite bringt das eine Informationsflut und Kommunikationsdichte mit sich, die kaum noch zu bewältigen scheint und die Gefahr birgt, dass Quantität und Oberflächlichkeit an Stelle von Qualität und Relevanz tritt.

- Herauslösung aus familiären Strukturen:
Die strukturellen Veränderungen der Familie setzen Jugendlichen zunehmend belastenden Erfahrungen aus wie Trennung, Verlust von Generationserfahrung, Wechsel des sozialen Umfeldes, Gefahr des sozialen Abstiegs, die unterschiedlich verarbeitet werden. Biographische Brüche häufen sich. In negativer Form kann Individualisierung sozialer Risiken als Vereinzelung/Isolierung empfunden werden.

- Suchen nach Werten und Orientierung
Traditionelle und moderne Werte und Normen werden von Jugendlichen kritisch hinterfragt mit der Absicht, für sich selbst zukunftsweisende Standpunkte und Wertmaßstäbe zu entwickeln, die auch selbst verantwortet werden können.

- Geringer werdende soziale Sicherungsinstanzen
Aufgrund des gesellschaftlichen Veränderungsprozesses (starke Erwerbsabhängigkeit der sozialen Dienstleitungen wie Renten- und Krankenversicherung; Individualisierung von  gesamtgesellschaftlichen Risiken) wird die allgemeine Lebensperspektive unsicherer und risikoreicher. Speziell für Jugendliche wird der gelungene Übergang aus der Jugendphase in den Erwachsenenstatus schwieriger, da das Hauptkriterium ökonomische Unabhängigkeit aufgrund der Arbeitsmarktlage unrealistischer wird.

- Konsumorientierung und "Second-hand"-Erfahrungen:
In freier Anlehnung an Descartes lässt sich feststellen: "Ich konsumiere, also bin ich". Durch moderne Massenmedien kann die Bildung eines Selbstwertgefühls und einer Identität als bloße Anhäufung von Konsumchancen suggeriert werden. Durch die zunehmende Pädagogisierung und die von Erwachsenen konstruierten kindgerechten Räume entsteht eine Verhäuslichung von Kindheit und Jugend, wo Primärerfahrungen und Selbstbestimmtheit in zunehmenden Maß wegfallen.

- Sinn für Gemeinschaft:
Es gibt eine starke Orientierung auf die einzelnen Bezugsgruppen, die normgebend und wertsetzend auf den einzelnen Jugendlichen einwirkt. Die Gruppe (Peergroup) wird von vielen auch als Stütze und Hilfe zur eigenen Identitätsfindung erlebt.

- Wunsch und Suchen nach eigener Identität:
Jugendliche haben heute verstärkt und bewusster das Bedürfnis und verspüren die Notwenigkeit, in einer Auseinandersetzung mit sich selbst und mit andern Identität zu entwickeln. Traditionelle Entwürfe werden kritisch untersucht und nicht als bindend betrachtet.

- Suche nach Beziehung und Bezogenheit:
Für viele Jugendliche hat es einen sehr hohen Stellenwert, in einer Beziehung zu leben, die ihnen Sinn und Identität vermittelt. Verschiedene soziale Bezüge und Netze werden erprobt und geschaffen.

Diese Schlaglichter sollen nur kurz die Lebenswirklichkeiten Jugendlicher beleuchten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass sich  Widersprüche, Überschneidungen und auch paradoxe Beschreibungen ergeben können. Dies ist durchaus beabsichtigt und entspricht  einer differenzierten Realität. Es wird dabei weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf völlige Wertneutralität erhoben.

Pallottinischer Auftrag

a) Vinzenz Pallotti
Vinzenz Pallotti (1795-1850) lebte und wirkte als Seelsorger in Rom. Er gründete die Vereinigung des Katholischen Apostolates, ein Zusammenschluss von Laien und Priestern, die sich zunächst als Ziel gesetzt hatte, die Missionsarbeit der Kirche zu unterstützen. Als Kern dieser Vereinigung gründete Pallotti später eine Brüder- und Priestergemeinschaft (Pallottiner). Dazu kamen weitere Gemeinschaften, wie etwa verschiedene Schwesterngemeinschaften und Laiengruppierungen.

b) Das Kirchen- und Menschenbild Pallottis
Seiner Zeit voraus versuchte Vinzenz Pallotti deutlich zu machen, dass jeder Christ aufgrund seiner ursprünglichen Berufung (Taufe) ohne Unterschied dafür verantwortlich ist, nach seinen Fähigkeiten den Glauben zu verkünden und die Kirche mitzugestalten. Denn nicht nur Priester, Bischöfe und der Papst, sondern alle, die die Taufe Jesu Christi empfangen haben, besitzen einen apostolisch-missionarischen Auftrag.
Darüber hinaus war es ihm wichtig, dass die Christen nicht als Einzelkämpfer, als fromme Individualisten Verantwortung übernehmen, sondern als Gemeinschaft innerhalb der Kirche. Dabei ist er nicht im innerkirchlich-katholischen Raum stehengeblieben, sondern hat die Zusammenarbeit mit den anderen christlichen Konfessionen und Kirchen gesucht und gefördert.
Pallotti engagierte sich besonders in der Arbeit mit Kranken, Gefangenen, Obdachlosen, verwaisten Kindern und Jugendlichen. Vor allem den Kindern und Jugendlichen versuchte er ein Zuhause zu geben, in dem sie sich geborgen und angenommen fühlen konnten. Für Jugendliche, die auf der Straße lebten, war er Ansprechpartner, der ihnen Orientierungs- und Lebenshilfe gab.

Schlussfolgergungen - Theoretische Grundlagen

Aus den Lebenssituationen/Lebenswirklichkeiten Jugendlicher und dem pallottinischen Auftrag ergibt sich folgendes:

1. Ziele

Grundsätzliches Ziel der pädagogischen Arbeit im Jugendhof ist es, Jugendlichen bei ihrer Suche nach Identität und Orientierung im Blick auf drei Dimensionen Hilfen zu geben: die eigene Person, das Leben in Gesellschaft, das Leben mit seiner religiösen Wirklichkeit.

1.1 Hilfen zur ldentitätsfindung, Persönlichkeitsbildung

Inhalt unserer Angebote bilden Themen, die einen Bezug zur aktuellen Lebenswirklichkeit der Jugendlichen haben. Damit soll unsere Arbeit den Jugendlichen Orientierungshilfen für die Lebensplanung und -gestaltung geben. Sie wollen dazu beitragen, dass sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihrer Fähigkeiten, Stärken, aber auch Schwächen bewusst werden bzw. diese neu entdecken, sowie Einstellungen und Verhaltensweisen entwickeln, die sie für ein aktives, selbstbestimmtes und sozial geprägtes Leben brauchen.

Das kann heißen:
- Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein stärken,
- Orientierungshilfe für Lebensgestaltung und individuelle Standortbestimmung bieten,
- körperliche Sensibilität, Kreativität, Fantasie, Ausdrucksfähigkeit fördern,
- Kurserfahrungen auf den konkreten Alltag hin deuten,
- Vermitteln von Basiserfahrungen wie Solidarität, Zugehörigkeit und Beheimatung.

1.2 Soziales Lernen/Leben in Gesellschaft

Wir verstehen unsere Arbeit entscheidend vom demokratischen Gedanken geprägt. Mitbestimmung und Mitverantwortung soll eingeübt und erlernt werden. Die TeilnehmerInnen sollen ihre Schlüsselqualifikationen für ein gelingendes Leben in der Gesellschaft stärken. Inhalt unserer Angebote bilden Themen, die einen Bezug zur aktuellen Lebenswirklichkeit der Jugendlichen haben.

Das kann heißen:
- Hilfen anbieten zum Aufbau und zur Gestaltung sozialer Beziehungen (Kontaktfähigkeit, Kritikfähigkeit),
- Ausdruck von sozialen und emotionalen Fähigkeiten ermöglichen (Konflikt- und Entscheidungsfähigkeit, Kommunikation),
- für ökologische, politische, soziale Bedingungen von aktuellen gesellschaftlichen Fragen sensibilisieren, Formen der Mitbestimmung und Mitgestaltung aufzeigen und erfahrbar machen,
- zur Übernahme von Verantwortung ermuntern, lernen, Spannungen auszuhalten und Frustrationsphasen überwinden zu können.

1.3 Spirituelle Dimension des Lebens

Die Arbeit im Jugendhof versteht sich entscheidend motiviert vom Evangelium Jesu Christi. In diesem Sinne versuchen wir, einen Beitrag zur Identitätsfindung Jugendlicher zu leisten, wie es dem Vorbild Jesu Christi, seinem Leben und Umgang mit Menschen entspricht. Dies beginnt im einfachen Dasein von Menschen, die sich ernsthaft auf die Jugendlichen einlassen, sich mit ihnen auseinander setzen, mit ihnen gemeinsam nach Antworten auf ihre Fragen suchen und auf diese Weise Kirche erlebbar  werden lassen. Ein wesentlicher Schritt ist es dabei, die Jugendlichen auf die religiöse Dimension ihres Lebens anzusprechen, sie zu ermutigen, diese Wirklichkeit ernst zu nehmen, ihr eigenes Suchen auszudrücken und entsprechende Zugänge zu finden. Wir verstehen Anfanghaftes im Bereich Glauben und Spiritualität als eigenen Zugang zu einem persönlichen Gottesbild und einer persönlichen Gottesbeziehung.

Das kann heißen:
- Jugendliche für die religiöse Dimension menschlichen Lebens sensibilisieren,
- Formen und Möglichkeiten, den Glauben im Alltag zu leben und zu feiern, neu entdecken,
- Zugänge zu Kirche, Glaube und Evangelium ermöglichen,
- das Zusammenleben der Menschen aus der Botschaft Jesu Christi deuten,
- den Dialog zwischen Konfessionen, Religionen und Kulturen fördern.

2. pädagogische Grundsätze - pädagogisches Profil

- Teilnehmerorientierung/Prozessorientierung:
Dies bedeutet, sich an der persönlichen Situation der SchülerInnen zu orientieren, wahrzunehmen, welche Themen und Lebensbereiche für die Jugendlichen wichtig und aktuell sind und welche sie persönlich betreffen. Dazu gehört auch die Wahrnehmung der Themen, die erst im Laufe der Tage auftauchen.

- Reflexivität:
Es ist erforderlich, dass die pädagogischen MitarbeiterInnen die inhaltliche Arbeit, das eigene Handeln und den Gruppenprozess sowohl während als auch nach Abschluss des Kurses reflektieren.

- Teamarbeit:
Ein Team mit unterschiedlichen Personen, hinsichtlich Alter, Geschlecht, Temperament und Ausbildung hat den Vorteil, dass die unterschiedlichen TeilnehmerInnen schneller angesprochen und erreicht werden können, und dass unterschiedliche Identifikationsmöglichkeiten vorhanden sind.

- Partnerschaftlicher Umgang:
Angestrebt wird eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der Jugendliche als gleichwertige  Interaktionspartner hinsichtlich der Themen- und Entscheidungsfindung angesehen werden, ohne dabei Leitungsfunktionen aufgeben zu müssen.

- Rolle der BegleitlehrerInnen:
In der Abwesenheit der BegleitlehrerInnen während der Kurseinheiten liegt der Vorteil, dass sich die Jugendlichen eher aus der schulischen Situation lösen können und dadurch eine offenere Atmosphäre ohne Leistungs- und Beurteilungsdruck in den Kurseinheiten erreicht werden kann. In den kursfreien Zeiten können die LehrerInnen als AnsprechpartnerInnen zur Verfügung stehen und den Freizeitbereich mit den SchülerInnen aktiv gestalten. Zu den kursübergreifenden Angeboten (Tageseinstieg, Tagesausklang, Abschlussabend und -gottesdienst) sind die BegleitlehrerInnen eingeladen.

- Personales Angebot:
Die KursleiterInnen als Mensch mit ihren Meinungen, Fähigkeiten, Schwierigkeiten, Verhaltensweisen und Gefühlen bieten für den Jugendlichen Reibungspunkte und regen zur Auseinandersetzung an. Dabei ist die Authentizität der KursleiterInnen von hoher Bedeutung. Für Jugendliche ist es wichtig, dass ihnen Erwachsene zuhören und sich für sie interessieren.

- Offenheit für unterschiedliche Konfessionen, Kulturen und Generationen:
Trotz konfessioneller Beheimatung versteht sich der Jugendhof als gesprächsbereit und offen für andere Konfessionen, Religionen und Weltanschauungen und bemüht sich um Dialog und Austausch mit allen Menschen guten Willens.

- Freiwilligkeit der TeilnehmerInnen:
Die freiwillige Teilnahme der Jugendlichen ist eine wünschenswerte Voraussetzung, die der Motivation sowie der Eigenverantwortlichkeit dient.

Institutsbeschreibung

1. Träger und rechtliche Grundlagen

Träger der Jugendbildungsstätte ist die “Jugendhof "Pallotti Haus" gGmbH ”.

2. Netzwerk

Der Jugendhof ist als pallottinische Einrichtung Jugendbildungsstätte im Erzbistum Paderborn und arbeitet im Auftrag des BDKJ Diözesanverband Paderborn. Ein fachlicher Austausch und eine Vernetzung mit verschiedenen anderen Institutionen besteht sowohl regional als auch überregional:

Regelmäßige Kontakte und Zusammenarbeit bestehen mit den Dekanatstellen für kath. Jugendarbeit der Region, dem BDKJ Kreisverband Olpe, den anderen Jugendbildungsstätten im Erzbistum, dem BDKJ Paderborn und seinen untergliederten Verbänden, dem örtlichen Pfadfinderstamm, dem anderen Jugendbildungshaus der Pallottiner “Haus Wasserburg”, den Beratungsstellen von Caritas, Frauenwürde und Diakonie, der Polizeibehörde und vielen Schulen und Kirchengemeinden der näheren und weiteren Umgebung.


 
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